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Morphische Felder

Sind Naturgesetze eigentlich nur Gewohnheiten? Die revolutionäre Sicht von Rupert Sheldrake

Stellen Sie sich vor, das Universum wäre keine starre Maschine, die seit dem Urknall nach unveränderlichen Regeln abläuft. Was, wenn die Schwerkraft, die Lichtgeschwindigkeit oder die Art und Weise, wie ein Kristall wächst, nicht in Stein gemeißelt sind, sondern sich eher wie Gewohnheiten verhalten, die über Jahrmilliarden hinweg erlernt wurden? In der klassischen, mechanistischen Wissenschaft gelten Naturgesetze als ewig und zeitlos. Doch der britische Biochemiker Rupert Sheldrake rüttelt an diesem Fundament und schlägt eine Brücke von der Biologie zur Systemtheorie.

Sheldrake, der in Cambridge Biochemie studierte und in Philosophie promovierte, ist ein Grenzgänger, der das reduktionistische Weltbild hinterfragt. Er postuliert, dass der Kosmos kein toter Mechanismus ist, sondern ein lebendiges, lernendes System mit einem inhärenten Gedächtnis. In dieser Vision wirkt die Vergangenheit durch unsichtbare Felder direkt in die Gegenwart hinein – ein Konzept, das die Selbstorganisation komplexer Systeme auf eine völlig neue theoretische Basis stellt.

Takeaway 1: Naturgesetze sind evolutionäre Gewohnheiten

Der Kern von Sheldrakes Theorie ist die radikale Abkehr vom Dogma der starren Naturgesetze. Während die materialistische Weltsicht alles Sein entweder auf reinen Zufall oder auf ein einmaliges, unveränderliches Design zurückführt, schlägt Sheldrake einen evolutionären Weg der Gewohnheitsbildung vor.

Aus systemtheoretischer Sicht sind das, was wir als feste „Gesetze“ wahrnehmen, lediglich stabilisierte Muster der Selbstorganisation. Diese Muster haben sich durch unzählige Wiederholungen so tief in das Gefüge der Natur eingeschrieben, dass sie vollkommen routiniert ablaufen. Dies bedeutet jedoch auch, dass das Universum nicht statisch ist, sondern sich seine „Regeln“ durch einen fortlaufenden Prozess der Stabilisierung verfestigen.

„Alle Formen und Gesetze des Universums [sind] als Gewohnheiten zu verstehen, die sich einmal auftraten durch beständiges Wiederholen stabilisieren.“

Takeaway 2: Morphische Resonanz – Die Macht der Schwingung

Wie aber werden diese Gewohnheiten über Zeit und Raum hinweg übertragen? Hier führt Sheldrake das Konzept der morphischen Resonanz ein. Er postuliert eine Gleichstellung ähnlicher Formen, die über nicht-lokale Verbindungen miteinander in Kontakt treten. Eine wesentliche Ausdrucksform dieser Felder ist dabei die Vibration – sie ist das physikalische Bindeglied, über das die Felder die Materie organisieren.

Die morphische Resonanz sorgt dafür, dass ein Prozess umso leichter abläuft, je öfter er bereits stattgefunden hat:

• Kristallbildung: Wenn eine neue chemische Substanz zum ersten Mal kristallisiert, ist dies ein Akt der kreativen Neuschöpfung. Sobald dieser Prozess jedoch weltweit oft genug wiederholt wurde, „lernt“ die Substanz durch Resonanz mit ihren Vorgängern, schneller und stabiler zu kristallisieren.

• Evolvierende Kunst: Das Beispiel eines Bach-Präludiums verdeutlicht die Dynamik. Zwar ist das „morphische Feld“ dieses Stücks durch Jahrhunderte der Wiederholung extrem stabil, doch Sheldrake betont einen entscheidenden Punkt: Die Art, wie wir Bach heute spielen, unterscheidet sich von seiner ursprünglichen Komposition. Das Feld ist kein starres Archiv, sondern entwickelt sich durch jede neue Interpretation weiter.


Diskussion über morphische Felder:


Takeaway 3: Die Architektur des Unsichtbaren (Morphische Felder)

Sheldrake steht mit seiner Arbeit in einer wissenschaftshistorischen Tradition, die bis zu Biologen wie Hans Spemann und Alexander Gurwitsch zurückreicht. Er erweitert deren Ansätze zur Kanalisierung (Canalization) von Entwicklungspfaden. In Anlehnung an C.H. Waddingtons „Chreoden-Modell“ beschreibt er morphische Felder als Täler in einer Landschaft, die den Weg eines Systems (wie eine rollende Kugel) in eine bestimmte Richtung lenken.

Er differenziert dabei verschiedene Organisationsebene:

• Morphogenetische Felder: Sie steuern die Genese, also die Entstehung physischer Formen (z. B. die Entwicklung vom Embryo zum ausgewachsenen Tier).

• Verhaltensfelder: Diese organisieren Instinkte und Bewegungsmuster innerhalb des Nervensystems.

• Soziale Felder: Sie regeln die Kohärenz von Gruppen, wie Vogelschwärmen oder menschlichen Gesellschaften.

• Mentale Felder: Sie strukturieren geistige Aktivitäten und Denkprozesse.

Diese Felder existieren nicht isoliert; sie überlagern sich und bilden eine hierarchische Ordnung der Selbstorganisation.

Takeaway 4: Warum Veränderung oft Schmerz oder Störung braucht

Morphische Felder sind zutiefst konservativ. Innerhalb biologischer Systeme unterscheidet Sheldrake zwischen Konditionalprogrammen (festgeschriebenen Instinkten) und Zweckprogrammen, die dem System einen gewissen Entscheidungsspielraum lassen. Dennoch neigen Spezies dazu, ihre Gewohnheiten über Millionen von Jahren beizubehalten, solange die Umwelt stabil bleibt.

Echte Innovation entsteht oft erst durch eine fundamentale Störung des Feldes. Sheldrake illustriert dies am Beispiel der europäischen Höhlenschwalbe. Wenn eine Schwalbe durch eine genetische Mutation blind geboren wird, kann sie die traditionellen visuellen Verhaltensfelder ihrer Art nicht mehr nutzen. In diesem Zustand des „Verkrüppelns“ ist sie gezwungen, neue Überlebensstrategien zu entwickeln – so könnte die Echoortung als neues Feld entstanden sein. Für die menschliche Psychologie impliziert dies: Alte, kanalisierte Verhaltensmuster werden oft erst durch Krisen oder äußere Erschütterungen aufgebrochen, um Raum für kreative Neuausrichtungen zu schaffen.

Takeaway 5: Das kollektive Gedächtnis und der „Atavismus“

Ein faszinierender Beleg für diese Theorie ist der Atavismus – das plötzliche Wiederauftauchen uralter biologischer Merkmale, wie etwa menschliche Babys, die mit einem Schwanz geboren werden. Sheldrake interpretiert dies als ein „Einloggen“ in längst vergangene morphische Felder der Vorfahren.

Hierbei grenzt er sich scharf von Ervin Laszlos Konzept des „A-Feldes“ (Akasha-Chronik) ab. Während Laszlo eine zentrale, kosmische Datenbank postuliert, sieht Sheldrake das Gedächtnis der Natur als dezentral und vernetzt. Ein wachsender Organismus stimmt sich nicht auf ein abstraktes kosmisches Feld ein, sondern tritt in direkte Resonanz mit den spezifischen Feldern seiner eigenen Ahnenreihe. Zudem betont er, dass diese Felder fest in Raum und Zeit verankert sind – sie bilden mit dem System, das sie organisieren, eine Einheit, vergleichbar mit einem Magneten und seinem Feld.

Takeaway 6: Mentale Felder – Gedanken sind mehr als Moleküle

Ein besonderes Augenmerk legt der Systemtheoretiker Sheldrake auf den menschlichen Geist. Er kritisiert den extremen Reduktionismus von Denkern wie Richard Dawkins. Während Dawkins „Memes“ wie materielle Teilchen oder Viren behandelt, die das Gehirn infizieren, betrachtet Sheldrake Ideen als Organisationsmuster.

Für Sheldrake existieren Gedanken nicht innerhalb der Moleküle des Gehirns. Vielmehr fungiert das Gehirn als Empfänger, der Informationen aus dem mentalen Feld abschöpft und wieder einspeist. Dies erklärt für ihn auch nicht-lokale Phänomene wie Telepathie oder das Gefühl, angestarrt zu werden. Diese sind keine Esoterik, sondern experimentell nachweisbare Auswirkungen mentaler Felder, die über den physischen Körper hinausreichen und Verbindungen zwischen Individuen herstellen.

Fazit: Ein Universum mit Gedächtnis

Rupert Sheldrakes Theorie lädt uns ein, den Kosmos als ein lernendes System zu begreifen, in dem jede Wiederholung die Struktur der Wirklichkeit festigt. Wir sind keine isolierten Maschinen in einem toten Raum, sondern Teil eines gigantischen, vernetzten Gedächtnisses, in dem die Vergangenheit ständig mitschwingt.

Wenn unsere sogenannten Naturgesetze tatsächlich nur tief verwurzelte Gewohnheiten sind – welche Ihrer eigenen täglichen Routinen tragen vielleicht gerade dazu bei, ein neues morphisches Feld für die Zukunft zu festigen?

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